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Leader 2014-2020

Was ist LEADER?

LEADER steht für Liaison entre actions de développement de l’économie rurale (deutsch: Verbindung zwischen Aktionen zur Entwicklung der ländlichen Wirtschaft) und ist ein querschnittsorientierter Ansatz zur Förderung der ländlichen Räume durch die Europäische Union.

LEADER-Regionen sind räumlich abgegrenzte ländliche Gebiete, in der mit breiter Bevölkerungsbeteiligung im Jahr 2015 eine regionale Entwicklungsstrategie (RES) erarbeitet wurde, die für die gesamte Förderperiode gilt. Diese Strategie definiert Handlungsfelder und Ziele der Regionen und dient als Grundlage für die Auswahl von Projekten.

LEADER folgt dem Bottom-up-Ansatz. Das bedeutet, dass die Menschen vor Ort die regionale Entwicklungsstrategie mitgestalten, Projekte zur Erhaltung der Lebensqualität anstoßen und umsetzen. Die europäischen Fördergelder sollen dazu beitragen, Neues und Innovatives in den ländlichen Regionen zu ermöglichen, das Miteinander zu stärken und dadurch die Zukunftsfähigkeit der Dörfer zu sichern.

In Thüringen gibt es 15 LEADER-Regionen, die den gesamten ländlichen Raum abdecken. In jeder Region gibt es eine Regionale Aktionsgruppe (RAG), in der Akteure aus Vereinen und Verbänden, Unternehmen und Landwirtschaft, Politik und Bürgerschaft gemeinsam über die Verwendung der Fördermittel entscheiden.

LEADER für Einsteiger

In einem kurzen Film der Deutschen Vernetzungsstelle Ländlicher Räume wird einfach und verständlich erklärt, was LEADER ist und wie die Regionalentwicklungsmethode in ihren Grundzügen funktioniert.

Website der Deutschen Vernetzungsstelle Ländliche Räume

Neuerungen: LEADER 2014 bis 2020

Seitens der Europäischen Kommission ist LEADER in der aktuellen Förderperiode zu einem äußerst innovativen und flexiblen Förderinstrument ausgestaltet worden. Diesen Vorgaben ist Thüringen bei der Formulierung seines Entwicklungsprogramms für den ländlichen Raum (EPLR) in den maßgeblichen Bereichen gefolgt. Die Regionen haben so noch mehr Freiraum für die Entwicklung und Umsetzung eigener und innovativer Ideen und den Aufbau und die Intensivierung regionaler Netzwerke.

Zudem hat Thüringen trotz insgesamt rückläufiger ELER-Zuweisungen den Mittelansatz für LEADER im Förderzeitraum auf gut 50,0 Mio. Euro aufgestockt. Der jeweiligen Aktionsgruppe steht somit ein durchschnittliches Budget von 3,2 Mio. Euro zur Verfügung.

Was und wie hoch gefördert wird, entscheiden die Regionen selbst

Was in den einzelnen Regionen konkret gefördert werden kann und wie hoch die finanzielle Unterstützung in den jeweiligen Handlungsfeldern ist, haben die regionalen Aktionsgruppen nunmehr selbst in ihren Strategien festgelegt. Durch eine Erweiterung des Kreises der Zuwendungsempfänger sind jetzt auch alle juristischen Personen des öffentlichen und des privaten Rechts zuwendungsfähig. Die Fördersätze können bis zu 75% betragen.

Neu ist auch die Möglichkeit der Förderung von Kleinprojekten, deren förderfähige Kosten 5.000 Euro nicht übersteigen dürfen. Einen zusätzlichen Schwerpunkt stellen länderübergreifende und transnationale Kooperationen dar, denen auch die EU einen besonderen europäischen Mehrwert zurechnet. Zu diesem Zweck wurde erstmals ein separates Budget bereitgestellt.