Reinholz: Ortskerne stärken, LEADER-Prinzip wird ausgedehnt

Nachricht, veröffentlicht von Doreen Handke am 05.12.2013

Die bewährten Programme zur ländlichen Entwicklung Thüringens werden den aktuellen Herausforderungen angepasst: Dorferneuerung wird sich künftig vor allem auf die Ortskerne konzentrieren, die Flurbereinigung wird stärker als bisher beim Hochwasserschutz und im Wald eingesetzt und das LEADER-Prinzip – die Mitbestimmung der Akteure vor Ort – wird ausgedehnt. Das hat Thüringens Agrar- und Umweltminister Jürgen Reinholz am 4. Dezember anlässlich der Präsentation des Landentwicklungsberichts 2013 angekündigt.

„Die Menschen einer Region können ihre Stärken und Potenziale am besten erkennen. Deshalb unterstützen wir das Engagement der lokalen Akteure und diskutieren mit ihnen gemeinsam Entwicklungswege“, sagte der Minister. Hierzu wird unter anderem die Akademie Ländlicher Raum Thüringen 2014 in der Reihe „Akademie vor Ort“ durch die 15 LEADER-Regionen reisen und zu aktuellen regionalen Entwicklungen das Gespräch suchen.

Auf Flächenpolitik und Flurbereinigung kommen nach Ansicht Reinholz zentrale Aufgaben bei der Energiewende zu. „Die Konkurrenz um Flächen für verschiedenste Nutzungen wird weiter wachsen. Flurbereinigung ist oft die einzige Möglichkeit, die Flächenansprüche im ländlichen Raum unter einen Hut zu bringen“; sagte der Umweltminister. Gleiches gilt für künftige Hochwasserschutzprojekte, die Ordnung des zersplitterten Eigentums im Privatwald oder den Bau von Umgehungsstraßen. Sie alle kommen ohne die Flurneuordnung nicht aus.

Dorfentwicklung wird sich in den nächsten Jahren auf die Innenentwicklung der Orte konzentrieren. Leer stehende Gebäude sollen wieder einer Nutzung zugeführt werden, Rückbau, Entkernung und Brachflächenbebauung muss der Vorzug vor einer Ausweisung von Neubaugebieten auf der grünen Wiese gegeben werden, um der Verödung der Ortskerne entgegenzuwirken. „Wir brauchen auch mehr Kooperation zwischen den Dörfern und in der Region, um die Versorgung der Menschen mit Handel, Gewerbe, Dienstleistungen und sozialer Infrastruktur langfristig zu sichern“, sagte Reinholz.

2012 förderte der Freistaat die Dorferneuerung mit mehr als 25 Millionen Euro. 157 als Förderschwerpunkt anerkannte Dörfer konnten damit 656 Projekte umsetzen. LEADER-Projekte wurden mit knapp acht Millionen Euro gefördert, die Flurbereinigung mit knapp neun Millionen Euro. Die drei Ämter für Landentwicklung und Flurneuordnung reichten 2012 im Bereich Ländliche Entwicklung insgesamt 46,7 Millionen Euro aus.

Der Bericht zur Landentwicklung 2013 resümiert die Aktivitäten des vergangenen Jahres, stellt gelungene Beispiele und Erfolge der Landentwicklung in Thüringen vor und stellt alle Zahlen der Förderungen 2012 zusammen. Der Bericht kann auf der Internetseite des TMLFUN gelesen, heruntergeladen oder bestellt werden.

Quelle: Medieninformation TMLFUN, Andreas Maruschke, Pressesprecher