Jugend und Bildung im ländlichen Raum

Nachricht, veröffentlicht von Doreen Handke am 21.10.2013

LEADER-Regionalkonferenz Südthüringen vermittelte Erfahrungen und Impulse für die künftige Arbeit, wenn es darum geht, die Jugend auf dem Lande zu halten und ihr eine Perspektive zu geben.

Am 15. Oktober fand die LEADER-Regionalkonferenz 2013 zum Thema „Jugend und Bildung“ im Berufsbildungs- und Technologiezentrum (BTZ) der Handwerkskammer Südthüringen in Rohr-Kloster (Kreis Schmalkalden-Meiningen) statt. Organisiert und inhaltlich vorbereitet wurde die Veranstaltung durch die drei Regionalen LEADER-Aktionsgruppen (RAG) Henneberger Land e.V., Hildburghausen-Sonneberg e.V. und Wartburgregion e.V. sowie dem Amt für Landentwicklung und Flurneuordnung Meiningen. Unterstützt wurde die Veranstaltung durch die Akademie Ländlicher Raum Thüringen.

Die Veranstaltung vermittelte Erfahrungen und Anregungen für die künftige Arbeit, wenn es darum geht, die Jugend auf dem Lande zu halten und ihr eine Perspektive zu geben. Dabei wurde deutlich, dass hier noch mehr als bislang getan werden muss – und das auf den verschiedensten Ebenen.

Schmalkalden-Meiningens Landrat Peter Heimrich sah noch viele nicht ausgeschöpfte Handlungsfelder der Thematik, von der leistungsgerechten Entlohnung bis hin zur Infrastruktur. Dr. Evelyn Dähmlow (TMLFUN) benannte die Beteiligung der Jugend an kommunalen Projekten als ebenso wichtigen Punkt, um die Jugend auf dem Lande zu halten.

Was die Regelschule in Dermbach alles tut, um junge Leute in der Region zu halten, verdeutlichten der Schulleiter Herr Hepp und der Vorsitzende des Schul-Fördervereins Guido Wächtersbach. Hier hat man gemeinsam mit der heimischen Wirtschaft viel unternommen, um Wirtschaft und Technik wieder verstärkt an die Schule zu holen und junge Leute in diese Richtung zu orientieren. Damit wollte man dem einstigen Trend, dass (fast) alle Schulabgänger Berufe im kaufmännischen Bereich anstrebten, entgegensteuern und die Wirtschaft der Region stärken.

Interessante Aspekte brachte auch Schmalkaldens Bürgermeister Thomas Kaminski ein. Er warnte vor vorauseilendem Gehorsam, der sich nur an Zahlen orientiert - wie die Schließung von Kindertagesstätten, Feuerwehren, Sport- oder Spielplätzen. Viel ehrenamtliches Engagement und somit Bindung an die Region könnten sonst auf der Strecke bleiben. „Die Kommune kann nicht alles lösen, aber an einigen Stellschrauben drehen.“

Reinhard Jacob (Analytik Jena AG) berichtete, wie die Industrie heute durchaus Heimat entwickeln kann. Hier wird neben der Werbung um Auszubildende an Schulen oder auf Messen verstärkt auf die „weichen Faktoren“ wie flexible Arbeitszeiten und gemeinsame Veranstaltungen gesetzt. Dies wiederum binde an den Betrieb, aber auch an die Region.

Dass die LEADER-Regionalkonferenz im Expo-Zentrum für energetische Gebäudesanierung und Energieeffizienz am BTZ stattfand, war indes kein Zufall. Auch hier hat die Regionale LEADER-Aktionsgruppe „Henneberger Land“ ihre Handschrift hinterlassen. „Ohne LEADER würde es das zukunftsträchtige Projekt nicht geben“, so Peter Hoffmann, der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Südthüringen.