Innovatives LEADER-Projekt: Einmalige Kletteranlage im Kirchturm eröffnet

Nachricht, veröffentlicht von Doreen Handke am 05.01.2015

Ein außergewöhnliches Projekt ist zum Ausklang des Jahres 2014 in Sülzfeld bei Meiningen auf den Weg gebracht worden. In dem Turm der evangelischen Kirche St. Veit wurde eine Kletteranlage eingebaut. Dass in einer Kirche, in der nach wie vor Gottesdienste gehalten werden, nun auch Sport und Spaß einziehen, sucht seinesgleichen in der Region.

Freude zum Auftakt bei allen Beteiligten – die Kletterwand wurde dabei natürlich gleich mal getestet., Foto:RAG Henneberger Land e.V.
Freude zum Auftakt bei allen Beteiligten – die Kletterwand wurde dabei natürlich gleich mal getestet., Foto:RAG Henneberger Land e.V.

Betrieben wird die Anlage durch die Sektion Meiningen des Deutschen Alpenvereins (DAV). Ab Januar 2015  bieten sich hier attraktive Klettermöglichkeiten für alle Generationen. Immerhin kann der Verein auf rund 400 Mitglieder verweisen. Bis zu 40 Kinder und Jugendliche sind aktive Kletterer. Weiteren Nachwuchs will man mit diesem besonderen Angebot für eine interessante Freizeitbeschäftigung, die Mut, Ausdauer, Konzentration und Selbstüberwindung trainiert, heranführen. Eine enge Zusammenarbeit wird es dabei auch mit der Kirche geben. Die Kletteranlage im Sülzfelder Kirchturm ist also eine echte Bereicherung des Angebotes im ländlichen Raum – und hat in dieser Form absoluten Neuigkeitswert.
Nicht umsonst wurde das Vorhaben als innovatives Projekt über die Regionale LEADER-Aktionsgruppe Henneberger Land und das Meininger Amt für Landentwicklung und Flurneuordnung gefördert. „Ohne diese Unterstützung wäre das Vorhaben ein Wunschtraum geblieben“, sagte Gunter Ungerecht, der Vorsitzende der DAV-Sektion Meiningen. Dabei ging es nicht nur um die Bereitstellung der Gelder an sich, sondern auch um die Hilfe bei der Abwicklung der ganzen Modalitäten. „Hier durchzublicken war schwierig, aber unterm Strich aber müssen wir sagen: Auf Grund der Unterstützung in allen Fragen kamen wir über LEADER relativ unkompliziert an eine Förderung.“ Diese lag immerhin bei rund 38.600 Euro. Und dieser Schub hat auch viel Eigeninitiative ausgelöst. Spenden für das Vorhaben wurden gesammelt und viele Arbeitsstunden geleistet. Die Gesamtinvestitionssumme belief sich auf rund 85.800 Euro.
Mit der Kletteranlage in Sülzfeld entstand bereits die 193. künstliche Kletteranlage des DAV. „Nirgendwo anders aber war die Abwicklung der gesamten Maßnahme so komplikationslos wie hier“, bescheinigte Ludwig Gedicke, Verbandsrat des DAV, den Machern vor Ort. Die ersten Überlegungen zu dem Vorhaben hatte es Ungerecht zufolge bereits 2011 gegeben. Im November 2012 erteilte die Sektion trotz vieler Skeptiker einen ersten offiziellen Planungsauftrag. Im April 2014 lag die Baugenehmigung vor. Doch die Umsetzung des Vorhabens in den altehrwürdigen Mauern gestaltete sich schwierig. „Lässt die Statik des Turmes den Einbau einer solchen Anlage überhaupt zu? Wie kann der Feuchtigkeitseintrag durch die sportlichen Aktivitäten reguliert werden? Kann und sollte man das Objekt beheizen? Das waren alles Fragen, die nun gestellt werden mussten“, kann sich Ungerecht noch gut erinnern. Heute ist man stolz, alles geschafft und eine neue Sport- und Freizeitmöglichkeit in der Region zu haben, die technisch anspruchsvoll und optisch attraktiv zum Klettern einlädt. „Historisches und Modernes haben wir hier in einem einmaligen Ambiente verbunden“, so der Vereinsvorsitzende.

Text: Birgit Schunk im Auftrag der RAG LEADER "Henneberger Land" e.V.
Kontakt und mehr Informationen unter:  www.leader-rag-henn.de